Neue Medien in der Mediation

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Einsatz neuer Medien in Mediationen

Vortrag im Rahmen der Onlinetagung der AG Mediation im DAV unter dem Motto „Blick über den Tellerrand: Die Mediation und andere Konfliktlösungsverfahren“

Nach wie vor schränkt die Pandemie die Möglichkeiten persönlicher Begegnungen ein. Unsere Jahrestagung wird daher nicht nur virtuell sein, wir werden uns auch mit den Besonderheiten virtueller Verhandlungen und Mediationen beschäftigen. Hier finden Sie einen kleinen Vorgeschmack.

Verhandlungen und Mediationen

Immer mehr Verhandlungen und Mediationen finden ohne persönliche Begegnung rein virtuell statt. Dabei lebt die Mediation von der Interaktion zwischen den Beteiligten, die bei persönlicher Begegnung immer noch wesentlich intensiver erlebt wird, als am Bildschirm. Andererseits sind Videokonferenzen mit hochauflösenden Kameras und Ton in Hifi Qualität heute viel besser als noch vor ein paar Jahren – zumindest wenn die Beteiligten über Breitbandanschluss verfügen. Dennoch sollte abhängig von den Beteiligten, dem Gegenstand der Mediation und der gerade anstehenden Phase genau abgewogen werden, welches Medium gewählt wird. Von einfachen Textnachrichten (SMS, Messenger etc.) bis zu aufwändigen Videokonferenzen stehen viele Möglichkeiten zur Verfügung.

Auswahl der Technik

Nicht zu vernachlässigen ist auch der Aufwand für die Auswahl der Technik. Webcams und Konferenzmikrofone sind zwar wieder lieferbar. Die Anforderungen sind sehr unterschiedlich und man muss überlegen, ob beispielsweise eine normale Kamera genügt oder ob durch eine drei 360°- Kamera kontrolliert werden soll, wer noch im Raum anwesend ist. Auch die Auswahl der Konferenz Tools ist komplex. Amerikanische Anbieter haben hervorragende Tools, die datenschutzrechtlichen Anforderungen nicht immer genügen. Deutsche Anbieter sind oft datenschutzkonform, hinken aber bei der Technik hinterher.

Durchführung der online-Mediation

Auch bei der konkreten Durchführung gibt es einiges zu beachten. Legendär sind inzwischen die scheinbar korrekt im Business Outfit verhandelnden Menschen, die kurz aufstehen und die darunter befindliche Jogginghose erkennen lassen. Auch der Blick ins häusliche Wohnzimmer ist nicht immer passend zum Gegenstand der Verhandlung. Die andere Perspektive in der Videokonferenz fordert auch anderes Verhalten. Daneben bieten sich interessante Möglichkeiten, wenn man die Technik beherrscht und souverän einsetzt. Wird Flüstern in Verhandlungen oft als störend empfunden, bleiben parallele Chats, Textnachrichten oder E-Mails für die anderen weitgehend unbemerkt.

Referent: Dr. Thomas Lapp

Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Mediation im Deutschen Anwaltverein, Präsident des Deutschen Forums für Mediation, Mitglied im Präsidium der Deutschen Gesellschaft für Mediation, Mitglied im Beirat der Fachzeitschrift DieMediation, Autor im Blog des Verlags C.H.Beck, Lehrbeauftragter der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz und der Goethe-Universität Frankfurt am Main.

Information und Anmeldung

Neue Medien in der Mediation 2021